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Laubegaster Ufer


Im Zusammenhang mit diesem Thema tauchen etliche Fachbbegriffe auf, die hier etwas näher erläutert werden.




Fließgewässer - amtsdeutsch für Flüsse und Bäche. Im Raum Dresden zählen 39 davon zur "1. Ordnung" (darunter Weißeritz und Lockwitzbach) und münden im Raum Dresden in die "Bundeswasserstraße" Elbe. Darüber hinaus gibt es etwa 420 fließende Gewässer 2. Ordnung.


Grundwasser:
Laubegast und andere Dresdner Stadtteile liegen auf kieshaltigen Bodenschichten und sind daher für Grundwasser besonders durchlässig. Elbehochwasser verursachen (zusätzlich zu den Niederschlagsmengen an Land) mit einer Verzögerung von zwei bis drei Tagen nach Passieren der Flutwelle einen hohen Anstieg des Grundwassers - bis zu sechs Meter. Dieses Wasser tritt im Extremfall an die Oberfläche und überflutet Siedlungsgebiete auch jenseits der Uferzone. Gefährlich für Gebäude  ist dabei die Auftriebwirkung des Wassers - auch Schwimmen genannt. Um erforderlichen Gegendruck zu erzeugen, bleibt dann nur die gezielte Flutung von Kellern, Tiefgaragen etc. Der Abfluss des Grundwassers zieht sich indessen über Wochen und Monate hin, so dass bei kleineren Folgehochwassern noch ein hoher Grundwasserspiegel bestehen kann.


HQ
- die höchste Abflussmenge* (in Fachkreisen auch Durchflussfülle genannt) innerhalb eines Beobachtungszeitraums, so bezeichnet z. B. HQ 100 ein Hochwasser, das statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftritt - das Augusthochwasser der Elbe von 2002 lag darüber und wird als HQ 150 angesehen.


Retentionsraum - Flächen, die der Rückhaltung (Retention*) von Hochwasser bzw. als (von Bebauung freizuhaltende) Überschwemmungsgebiete dienen. "Bis zu einem Wasserstand der Elbe von 7,50 m am Pegel Dresden treten im Stadtgebiet noch keine gravierenden Hochwasserschäden auf, wobei verschiedene Schutzelemente ineinander greifen, deren Wirksamkeit überwiegend der Weitsicht unserer Vorfahren zu verdanken ist. Oberstromig vom Stadtzentrum nehmen das Vorland, die Elbwiesen und ein Altelbarm Teile der Flutwelle auf." (Umweltamt der Landeshauptstadt, 2007, Download als PDF)

Neben naturbelassenen Elbwiesen, in denen sich Hochwasser ausbreiten kann, andererseits durch Erweiterung oder Vertiefung von Überschwemmungsgebiet, z.B. in Uferzonen, wie 2007 rechtselbig zwischen Loschwitz und Pillnitz erfolgt. Dabei wurde die im Laufe von Jahrzehnten angeschwemmte Schlammschicht samt der darauf gewachsenen Vegetation abgetragen, mit Muttererde bedeckt und mit Rasen besät. Derartige Schaffung von Retentionsraum ist als umweltverträgliche Maßnahme zum Hochwasserschutz anzusehen. Auch Staudämme und Talsperren dienen der Retention - sofern sie rechtzeitig vor einer Flut geleert worden sind. Ebenso werden Kiesgruben als Retentionsraum angesehen, sofern sie nicht verschüttet wurden.

In der Dokumentation "Flutkatastrophe 2002" ist dazu noch folgendes zu erfahren:
"Von den ehemals 6.172 km2 natürlichen Überschwemmungsflächen sind durch Besiedlung und landwirtschaftliche Bewirtschaftung heute nur noch 838 km2 – das sind 14 % – erhalten geblieben. Die fehlenden Retentionsflächen wären vor allem bei größeren Hochwasserereignissen wirksam. Seit dem 12. Jahrhundert sind die oberflächlichen Rückhaltevolumina um schätzungsweise 2,5 Mrd. m3 zurückgegangen. Dies entspricht dem Fassungsvermögen eines Raumwürfels von über 1,35 Kilometer Kantenlänge. Durchstiche von Mäandern und das Abtrennen von Flussbögen führten über die Jahrhunderte dazu, dass die Wasserläufe bei gleichbleibendem Gesamtgefälle kürzer wurden (55 Kilometer in Tschechien, 60 Kilometer in Deutschland) und infolgedessen sich die Fließgeschwindigkeiten erhöhten. Insbesondere der Verlust von Überflutungsflächen hat eine Beschleunigung des Hochwasserablaufs und eine Erhöhung der Abflussganglinie zur Folge."

ÜG - Überschwemmungsgebiet: "Das ÜG Elbe wurde im Oktober 2004 für einen Wasserstand von 924 cm am Pegel Dresden angepasst. In den Überschwemmungsgebieten sind bestimmte Handlungen, die den Wasserabfluss und die Retention beeinträchtigen können, grundsätzlich per Gesetz verboten. Man kann sich von diesen Verboten unter restriktiven Bedingungen befreien lassen." (Umweltbericht. Fakten zur Umwelt 2001 - 2004, hg. von der Landeshaupstadt. Download als PDF - Die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete sind im Internet im Themenstadtplan unter www.dresden.de/themenstadtplan veröffentlicht.)
 

* Link führt zur Erläuterung in der Wikipedia.