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Um sonntägliche Spaziergänger auf die Konsequenzen einer Hochwassermauer am Laubegaster Ufer aufmerksam zu machen, installierten Künstler und engagierte Anwohner Objekte, die das Ausmaß dadurch entstehender "Sichtbezüge" veranschaulichen und zur Diskusion anregen sollen.

16. August
Eigentlich hätte OB Helma Orosz zur Einweihung des Torsos "Die Elbe" am Laubegaster Ufer von Anfang an so entspannt sein können wie im Bild rechts - nach der feierlichen Enthüllung. Offenbar ist sie es aber nicht gewöhnt, wenn an nicht verabredeter Stelle zu nicht verabredeter Zeit nicht verabredete Bürger auftauchen, die ihre Skepsis zur aktuellen Informationspolitik der Stadt Dresden auf charmante, humorvolle oder auch direktere Weise zum Ausdruck bringen.

Die stille Meinungsbekundung von Anwohnern in der von Kunst- und Parteifreunden arrangierten Einweihungsidylle erregte die Delegation der CDU mehr als nötig
. Wieland Förster, dessen Werk an jenem Sonntagvormittag in seiner alten Heimat gewürdigt werden sollte, nahm die Dinge sichtlich um einiges gefasster.


Keep smiling... Niemand hatte die Absicht, das Recht auf Freiheit von Kunst oder Rede zu bedrängen - ganz im Gegenteil!


Die Kehrseite der Macht: Wir sind die Regierung...


Den kleinen Tumult, der entstand, nur weil Anwohner einige Transparente mit Aufschriften wie "Kommt die Mauer, bin ich sauer" oder "Da kann man ja DIE ELBE nicht mehr sehen" bei sich trugen, löste Jörg Lämmerhirt (stellvertretender Leiter des Ortsamtes Leuben) aus, indem er sich genötigt sah, vermeintliche Störenfriede galant zum Verlassen der Kulisse aufzufordern. Deutlich energischer schaltete sich OB Helma Orosz ein und tat kund, es sei bereits hinlänglich bekannt, dass - sinngemäß - niemand die Absicht habe, eine Mauer zu errichten... Das Volk möge sich gefälligst besser informieren - etwa bei einer Eröffnungsansprache zum Laubegaster Inselfest eine Woche zuvor, denn bereits dort (an diesem Mittelpunkt des Weltgeschehens) wäre alles Nötige gesagt worden.


Des weiteren insistierte die Oberbürgermeisterin
, alle zur Einweihungszeremonie erschienenen Bürger (schätzungsweise 100) nähmen Anstoß an den Transparenten. Auf Rückfrage, wie viele der anwesenden Bürger sich tatsächlich daran störten, hoben jedoch lediglich neun Personen den Arm...

Diese überwältigende "Mehrheit" von neun Bürgern hinter sich spürend..., sah sich Carola Klotzsche (Projektleiterin im Hochbauamt der Landeshauptstadt Dresden) verpflichtet, ihrer Parteigenossin den Rücken zu stärken: "Das ist das Letzte!" Auch ein etwas cholerisch veranlagter Bürger (nicht im Bild) ließ sich zu lautstarken Äußerungen herab, unter welchen "Geh arbeiten!" die vornehmste war - die Nerven lagen blank.

Um einer weiteren Eskalation entgegenzuwirken und den leicht gereizten Regierungsvertretern eine entspannte Sonntagsrede zu ermöglichen, entfernten sich die Transparentträger anschließend so still, wie sie aufgetaucht waren. Etliche der umherstehenden Bürger bekundeten indessen ausgesprochene Sympathie für jene Anwohner des Laubegaster Ufers, die es leid sind, mit mündlichen Beruhigungspillen aus Ortsamt, Rathaus und Ministerium hingehalten zu werden.

Fazit: Eine friedliche Meinungsbekundung von Anwohnern erregt die Gemüter von Genossen, Partei- und Kunstfreunden, als sei ein Volksaufstand im Verzug. Im Hofieren von Persönlichkeiten aus Kunst und Politik wohlfeil, mangelte es dem anwesenden CDU-Personal der Landeshauptstadt Dresden einmal mehr an Sensibilität für das, was sonst so gern beim Volk abgefordert wird: Zivilcourage und bürgerliches Engagement.

   
Liebe zum Detail:        
Wenn Senfeimer         
reden könnten...        

 
    








Am ehemaligen Dampferanleger wurde eine Reihe von Schautafeln mit informativen Inhalten (u.a. die sogenannte Machbarbarkeitsstudie, der letzte Stadtratsbeschluss) sowie mit Lyrik und Prosa aufgebaut. Dazu gab es eine Kunstausstellung (im Hof Laubegaster Ufer 28) und eine Diashow mit Bildern zum Thema "Fluss- und Stadtlandschaft Laubegaster Ufer" (im Hof Laubegaster Ufer 27).

   

Zum 7. Inselfest Laubegast (7.-9. August 2009) schufen Anwohner weitere Installationen oder gestalteten bestehende neu.



Die Kunst- und Fotoausstellung
"
Stadt- und Flusslandschaft am Laubegaster Ufer"

ist auf Wanderschaft, derzeitig im polnischen Dorf Lubogosszcz bei Slawa. Der polnische Namensvetter stellte sich erstmals zur 600-Jahrfeier von Laubegast vor, seither entwickelt sich eine rege Partnerschaft zwischen den beiden Orten.