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Möge die Mauer immer da bleiben, wo sie herkommt - in den Köpfen von Technokraten.


Der Dresdner Stadtteil Laubegast sollte nach dem Willen des Rathauses künftig vor Hochwassern der bisherigen Kategorie HQ100 (ein im Schnitt alle 100 Jahre vorkommendes Hochwasserereignis) geschützt werden. Nach einer ersten Machbarkeitsstudie wurde dafür eine Mauer von 2,7 Km Länge und durchschnittlich über zwei Meter Höhe erwogen, "ggf. mit mobilen Aufsätzen" - zuletzt veranschlagte Kosten: 6,9 Millionen Euro. Allerdings wäre die "Laubegaster Mauer" nur der größte Brocken etlicher weiterer Mauern und Dämme, deren Kosten zusätzlich mit 8,7 Millionen Euro veranschlagt sind.*

Dank unserer Initiative gegen ein derartiges Mauermonster kam es Anfang 2011 zum Beteiligungsprozess, den die Beteiliger des Rathauses moderat "Leben mit dem Fluss" nannten. Infolge des intensiven Meinungsaustausches zwischen Stadt und unmittelbar betroffenen Anwohnenern sollen die Bedenken der ASnwohnenr in die weitere Planung einflieƟen. Wir gehen davon aus, dass diese Planungen nun behutsamer vorgehen... Was in all den Jahren seither jedoch konkret dabei herauskam, ist nur den spƤrlichen Mitteilungen aus dem Rathaus zu entnehmen. Man darf gespannt bleiben! Aktuelles.



* Die oben genannten Maßnahmen und Kosten beziehen sich allein auf den Dresdner Osten! Aber auch andere Stadtteile sollen mit Mauern "geschützt" werden.

Das Desaster von 2002 zeigte, dass das Wasser nicht von der Elbe allein kommt, sondern erstens durch Zuflüsse wie Geberbach und Lockwitzbach, die Laubegast quasi "von hinten" überfluten, und schließlich durch Anstieg des Grundwassers,** also "von unten". Mit einer Mauer am Ufer wäre es demnach nicht getan. Im Gegenteil, sie könnte den Abfluss sogar behindern und einen weiteren Anstieg des Grundwassers verursachen. Und im Falle eines Mauerbruchs wäre die Katstrophe perfekt. Desweiteren
spricht die Seltenheit** derartiger Jahrhundertereignisse gegen eine dauerhafte Verschandelung des schönsten Elbufers der Welt durch eine Mauer.

Bei einem Bürgergespräch sprach sich keiner der etwa 60 anwesenden Gäste für einen "Hochwasserschutz" aus, der das Laubegaster Ufer in eine Mauerlandschaft verwandelt. Damit aus einer "Machbarkeitsstudie" kein Beschluss wird, der sich über die Interessen der unmittelbar betroffenen Bürger hinwegsetzt, erhalten Sie hier regelmäßig weitere Informationen zum aktuellen Stand der Dinge.

*   Hochwassergebietsschutzkonzept (HWSK) für die linkselbischen Stadtteile zwischen Zschieren und Tolkewitz,
      Anlage 1, hg. vom Umweltamt, Landeshaupstadt Dresden  Download als PDF
** Diese Begriffe sind mit dem Wikipedia-Eintrag "Hochwasserschutz in Dresden" verlinkt